Im Schuljahr 2025/2026 sind 23 hessische Schulen für ihre herausragende Arbeit zur Beruflichen Orientierung ausgezeichnet worden. Im Bewerbungs- und Auditverfahren belegten sie eindrucksvoll, dass sie ihre Schülerinnen und Schüler mit überzeugenden Konzepten und vielfältigen Angeboten erfolgreich auf den Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium und Beruf vorbereiten. Für diese besondere Leistung erhielten die Schulen das „Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen“.
Bei einer feierlichen Verleihung überreichten Herr Dr. Johannes Loheide (Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum), Herr Christopher Textor (Ministerialdirigent, Abteilungsleitung III des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen) und Herr Dr. Frank Martin (Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit) in der Bildungs- und Tagungsstätte der Bundesagentur für Arbeit die Urkunden und Siegelschilder an die Vertreterinnen und Vertreter der ausgezeichneten Schulen.
Von den 23 zertifizierten Schulen wurden sechs erstmals mit dem „Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen“ ausgezeichnet. Weitere 17 Schulen stellten ihre erfolgreiche Arbeit im Rahmen einer Rezertifizierung erneut unter Beweis. Darunter sind fünf Schulen, die bereits zum dritten Mal rezertifiziert wurden und das Gütesiegel seit elf Jahren tragen. Diese langjährige Auszeichnung verdeutlicht, dass die Berufliche Orientierung an den Siegelschulen kontinuierlich weiterentwickelt, regelmäßig überprüft und nachhaltig in der Schulentwicklung verankert wird. Die Siegel der Erstzertifizierung sowie der ersten Rezertifizierung gelten jeweils drei Jahre, die Auszeichnungen der zweiten und dritten Rezertifizierung jeweils fünf Jahre.
Aktuell tragen insgesamt 117 Schulen in Hessen das „Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen“. Seit der Einführung des Gütesiegels im Schuljahr 2010/2011 wurde die Erstzertifizierung bereits 240-mal vergeben.
Die ausgezeichneten Schulen stehen beispielhaft für eine qualitativ hochwertige Berufliche Orientierung und leisten einen wichtigen Beitrag dazu, junge Menschen auf ihrem individuellen Bildungs- und Berufsweg zu begleiten. Angesichts des anhaltenden Fachkräftebedarfs und der vielfältigen Möglichkeiten einer dualen Ausbildung gewinnt eine frühzeitige und praxisnahe Orientierung zunehmend an Bedeutung. Das Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung steht zugleich für die enge Zusammenarbeit von Schule, Wirtschaft und weiteren außerschulischen Partnern. Es ist damit ein überzeugendes Beispiel für nachhaltige Qualitätsentwicklung in der Beruflichen Orientierung. Die hessische OloV-Strategie und das Gütesiegel genießen dabei bundesweit hohe Anerkennung und gelten als beispielgebend für eine erfolgreiche Gestaltung der Beruflichen Orientierung.
Dr. Johannes Loheide, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum:
„Eine gute Berufliche Orientierung eröffnet jungen Menschen konkrete Perspektiven und stärkt zugleich den Wirtschaftsstandort Hessen. Wer frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt erhält und eigene Stärken kennenlernt, kann fundierte Entscheidungen für den weiteren Bildungs- und Berufsweg treffen. Die heute ausgezeichneten Schulen leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Mit ihrem Engagement schaffen sie gemeinsam mit Unternehmen und regionalen Partnern die Grundlage dafür, dass junge Menschen ihre Chancen nutzen und unsere Betriebe die Fachkräfte von morgen gewinnen können.“
Dr. Manuel Lösel, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen:
„Berufliche Orientierung ist ein unverzichtbarer Bestandteil schulischer Bildung. Sie unterstützt Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Interessen und Fähigkeiten zu erkennen, realistische Perspektiven zu entwickeln und ihren weiteren Weg selbstbewusst zu gestalten. Die ausgezeichneten Schulen zeigen in besonderer Weise, wie Berufliche Orientierung nachhaltig, praxisnah und individuell gestaltet werden kann und damit ein erfolgreicher Übergang in die duale Ausbildung, unabhängig der Schulform, unterstützt wird. Der Dank gilt allen Lehrkräften sowie den zahlreichen außerschulischen Partnern, die diesen wichtigen Prozess mit großem Engagement mitgestalten und begleiten.“
Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit:
„Immer mehr junge Menschen starten ohne eine Ausbildung ins Berufsleben mit zum Teil gravierenden Folgen für deren individuelle Zukunftschancen, aber auch für unseren Wirtschaftsstandort. Denn wer eine Ausbildung oder ein Studium abschließt, erzielt langfristig ein höheres Lebensarbeitsentgelt, hat bessere Aufstiegschancen und ein geringeres Arbeitslosigkeitsrisiko. Umso wichtiger ist es, dass schon die Schulen den Jugendlichen den Wert einer beruflichen Ausbildung vermitteln. Den heute ausgezeichneten Schulen gelingt dies hervorragend, indem sie eng mit Unternehmen, Eltern sowie weiteren Partnern zusammenarbeiten und frühzeitig wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt vermitteln.“
Hintergrund:
Das „Gütesiegel Berufs- und Studienorientierung Hessen“ wurde zu Beginn des Schuljahres 2010/11 eingeführt. Es zeichnet Schulen aus, die die berufliche Orientierung ihrer Schülerinnen und Schüler nach den Qualitätsstandards der hessenweiten OloV-Strategie vorbildlich gestalten und nachhaltig in ihrer Schulentwicklung verankern. An Schulen mit gymnasialer Oberstufe sowie an Beruflichen Gymnasien fließt darüber hinaus die Qualität der Studienorientierung in die Bewertung ein.
Für die Durchführung des Zertifizierungsverfahrens steht allen beteiligten Schulen, den Auditteams, den Verantwortlichen der SCHULEWIRTSCHAFT-Regionen, dem Projektbüro sowie der Jury die Gütesiegel-Datenbank ( https://www.guetesiegel-bo-hessen.deÖffnet sich in einem neuen Fenster) zur Verfügung. Sie ermöglicht einen effizienten und transparenten Ablauf des gesamten Verfahrens und schafft Freiräume für die fachliche Beratung und Begleitung der Schulen.
Das Gütesiegel ist ein gemeinsames Projekt des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen, des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, SCHULEWIRTSCHAFT Hessen, der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, des Hessischen Industrie- und Handelskammertags sowie der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. Es ist Bestandteil der hessenweiten OloV-Strategie und wird von der Europäischen Union sowie aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum und des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen gefördert.